Berufsausbildungsrecht

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Überstunden

Die gesetzlich zulässige Tagesarbeitszeit beträgt 8 Stunden, die Wochenarbeitszeit 40 Stunden. Diese zeitlichen Grenzen dürfen von Jugendlichen (abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen) nicht überschritten werden. Wenn Lehrlinge, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, Überstunden leisten, ist für die Berechnung des Grundlohnes und des Überstundenzuschlages der niedrigste im Betrieb vereinbarte Facharbeiterlohn bzw. Angestelltengehalt heranzuziehen.

siehe auch: Arbeitszeit

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Umschulung von Berufsschülern

Die Schulverwaltungsbehörde kann Lehrlinge in ein anderes Bundesland generell umschulen, wenn in einer Berufssparte zu wenig Lehrlinge sind und daher eine Fachklasse nicht geführt weiden kann. Ferner können Einzelumschulungen auf Ansuchen des Lehrlings (gesetzlichen Vertreters) bewilligt werden. Der Umschulungsantrag ist vom Lehrberechtigten zu befürworten und an die Schulbehörde zu richten. In der Regel werden nur für jene Berufssparten Umschulungsanträge genehmigt, für die keine Fachklasse im betreffenden Bundesland besteht oder wenn sonstige wichtige Gründe vorliegen.

Die Umschulungskosten bezahlt bei einer generellen Umschulung das Land, bei Einzelumschulungen ist die Kostenfrage individuell zu klären.

siehe auch: Berufsschule

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Unbefugtes Verlassen des Lehrplatzes

Das unbefugte Verlassen des Lehrplatzes stellt einen Entlassungsgrund dar.

siehe auch: Lehrverhältnis - vorzeitige Auflösung

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Unfall

siehe: Arbeitnehmerschutzgesetz, Gesundheitsschutz - Sittlichkeitsschutz

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Unfallgefahren

siehe: Belehrungen, Gesundheitsschutz - Sittlichkeitsschutz

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Unfallversicherung (§ 575 ASVG)

Der Lehrling unterliegt wie alle anderen Arbeitnehmer der Unfallversicherung. Für die Beiträge zur Unfallversicherung kommt grundsätzlich der Lehrberechtigte alleine auf.

Die 55. Novelle zum ASVG legt jedoch fest, dass für Personen, die nach dem 30. Juni 1998 und vor dem 1. August 2000 in ein Lehrverhältnis eintreten, für die Dauer des ersten Lehrjahres der allgemeine Beitrag zur Unfallversicherung aus Mitteln der Unfallversicherung zu zahlen ist. Diese Begünstigung wurde bis 31. Dezember 2003 verlängert.

Arbeitsunfälle sind nach dem ASVG solche Unfälle, die sich im örtlichen, zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang mit der die Versicherung begründenden Beschäftigung ereignen.

Sozialversicherungsrechtlich zählen zu den Arbeitsunfällen auch Weg-Unfälle, also Unfälle, die sich auf dem Weg von und zur Lehrstelle ereignen.

Das BAG sieht hiefür gesonderte Entgeltfortzahlungsbestimmungen vor.

siehe auch: Krankenstand, Sozialversicherung

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Universitäten

In Instituten und Kliniken der Universitäten können Lehrlinge ausgebildet werden.

siehe auch: Ausbildungsrecht

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Unterrichtszeit

siehe: Arbeitszeit, Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz

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Untersuchungshaft

Wenn der Lehrling in Untersuchungshaft gehalten wird, stellt dies keinen Entlassungsgrund dar.

siehe auch: Haft

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Unterweisungspflicht

siehe: Belehrungen, Gesundheitsschutz - Sittlichkeitsschutz, Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz

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Urlaub für Lehrlinge

Die Bestimmungen des Urlaubsgesetzes (BGBl.Nr.390/1976 i.d.g.F.) gelten auch für Lehrlinge. Ausnahmen bestehen für jene Lehrlinge, die dem Geltungsbereich des Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetzes unterliegen. Für Lehrlinge sind ebenfalls 30 Werktage Urlaub vorgesehen. Als Werktage gelten die Wochentage von Montag bis einschließlich Samstag. Gesetzliche Feiertage werden nicht eingerechnet.

Der Urlaubsanspruch entsteht in den ersten sechs Monaten des ersten Lehrjahres im Verhältnis zu der im Arbeitsjahr zurückgelegten Dienstzeit, nach sechs Monaten in voller Höhe. D.h. nach einem Monat kann der Lehrling 2,5 Urlaubstage konsumieren, sofern mit dem Lehrberechtigten eine Urlaubsvereinbarung zustande kommt.

Ab dem 2. Lehrjahr entsteht der gesamte Urlaubsanspruch mit Beginn des Lehrjahres.

Der tatsächliche Urlaubsverbrauch bedarf einer Urlaubsvereinbarung. Dabei sind die Erfordernisse des Lehrbetriebes und die Erholungsmöglichkeiten des Lehrlings zu berücksichtigen. Der Antritt eines Urlaubes durch den Lehrling ohne Urlaubsvereinbarung stellt ein unbefugtes Verlassen des Lehrplatzes dar.

Das Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetz ( KJBG), BGBl.Nr. 599/1987 i.d.g.F.) sieht jedoch vor, dass Jugendlichen auf deren Verlangen in der Zeit zwischen 15. 6. und 15. 9. ein Urlaub im Ausmaß von mindestens 12 Werktagen zu gewähren ist. Unzulässig sind Vereinbarungen, wonach der Urlaubsverbrauch für Zeiträume vereinbart wird, für die ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht, wie etwa Zeiten der Pflegefreistellung, Krankenstand und dergleichen.

Die Vereinbarung einer Urlaubsablöse ist ebenfalls unzulässig. Darunter versteht man die Ablöse des Erholungsurlaubes in Geld. Zulässig ist lediglich die Urlaubsersatzleistung anlässlich der Beendigung von Lehrverhältnissen.

Auch die Frage der Verjährung urlaubsrechtlicher Ansprüche ist generell geregelt: Diese tritt mit Ablauf von 2 Jahren ab Ende des Urlaubsjahres ein, in dem der Urlaubsanspruch entstanden ist.

Urlaubsentgelt: Der Lehrling behält während der Dauer des Urlaubes den Anspruch auf seine Lehrlingsentschädigung. Sie ist bei Urlaubsantritt im voraus auszubezahlen. Grundsätzlich wird bei Urlaubsantritt auch der Urlaubszuschuss ausbezahlt ("Sonderzahlung", Regelung durch Kollektivvertrag), sofern der Lehrling den größeren Teil des Urlaubs konsumiert.

Der Anspruch auf den Urlaubszuschuss richtet sich nach dem konkret auf das Lehrverhältnis anzuwendenden Kollektivvertrag.

Ablöseverbot: Der Urlaub kann nicht in Geld oder anderen Vermögensleistungen abgelöst werden; derartige Vereinbarungen sind rechtsunwirksam.

Aufzeichnungen: Der Arbeitgeber (Lehrberechtigte) ist verpflichtet, Aufzeichnungen zu führen, aus denen hervorgehen:

  • Dienstantritt des Lehrlings, anrechenbare Dienstzeiten und Urlaubsdauer;

  • Zeiten des Urlaubsverbrauches;

  • Urlaubsentgelt und Auszahlungszeitpunkt;

  • Allfällige Umstellung des Urlaubsjahres, Urlaubsansprüche für den Umstellungszeitraum und Urlaubsverbrauch.

Das Urlaubsgesetz enthält in seinem zweiten Teil Bestimmungen über die Freistellung von Arbeitnehmern (Lehrlingen), zur notwendigen Pflege naher Angehöriger bei Entgeltfortzahlung.

siehe auch: Pflegefreistellung, Lehrverhältnis - vorzeitige Auflösung, Lehrverhältnis - Endigung

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Urlaubsablöse

siehe: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubsausmaß

siehe: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubsentgelt

siehe: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubsersatzleistung

Das Urlaubsgesetz geht davon aus, dass der Urlaub grundsätzlich in natura verbraucht werden soll.

Ist jedoch das Lehrverhältnis beendet, kann ein ausstehender Urlaubsanspruch nicht mehr konsumiert werden, sondern nur mehr in Geld vergütet werden.

Für das laufende Urlaubsjahr sieht daher das Urlaubsgesetz eine aliquote Ersatzleistung für Urlaubsentgelt vor (Ausnahme: ungerechtfertigter Austritt).

Für nicht verbrauchten (und nicht verjährten) Resturlaub aus vorangegangenen Urlaubsjahren gebührt dem Lehrling immer eine Ersatzleistung im vollen Ausmaß des noch ausständigen Urlaubsentgeltes. Eine Aliquotierung ist in diesem Fall nicht vorgesehen.

siehe auch: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubsjahr

Grundsätzlich stimmt das Urlaubsjahr mit dem Arbeitsjahr überein. Das Arbeitsjahr (Lehrjahr) beginnt mit dem Eintritt in die fachliche Ausbildung und Verwendung (Lehrzeitbeginn).

Durch Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung kann anstelle des Arbeitsjahres das Kalenderjahr als Urlaubsjahr vereinbart werden. Bei der Umstellung sind die im Urlaubsgesetz normierten Kriterien zu berücksichtigen.

siehe auch: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubsverbrauch

Der tatsächliche Urlaubsverbrauch bedarf einer Urlaubsvereinbarung. Dabei sind die Erfordernisse des Lehrbetriebes und die Erholungsmöglichkeiten des Lehrlings zu berücksichtigen. Der Antritt eines Urlaubes durch den Lehrling ohne Urlaubsvereinbarung stellt ein unbefugtes Verlassen des Lehrplatzes dar.

siehe auch: Urlaub für Lehrlinge

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Urlaubszuschuss

Der Urlaubszuschuss gilt als Sonderzahlung und richtet sich primär nach dem auf das Lehrverhältnis anzuwendenden Kollektivvertrag.

siehe auch: Urlaub für Lehrlinge

 
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